Kawachi Hidetoshi (河内英利): Keramik aus Tokoname
Kawachi Hidetoshi (河内英利) ist ein japanischer Keramiker, der in der Tradition der Tokoname-Keramik arbeitet. Seine Werkstatt trägt den Namen Suiei-gama (翠英窯) und liegt in der Präfektur Aichi, im Umfeld jenes Ortes, der der Keramikgattung ihren Namen gegeben hat.
Tokoname: einer der sechs alten Öfen Japans
Tokoname zählt zu den Rokkoyō, den sechs alten Brennöfen Japans, deren Produktion bis in die Heian- und Kamakura-Zeit zurückreicht. Kennzeichnend ist der eisenhaltige rote Ton der Region, das Shudei, das ungeglasurt gebrannt eine warme, rötlich-braune Oberfläche ergibt. Berühmt wurde Tokoname vor allem für Teekannen: Der Ton gilt als besonders geeignet, weil er die Gerbstoffe des Grüntees bindet und den Geschmack mit jedem Aufguss verändert. Daneben entstanden seit jeher Vorratsgefäße, Vasen und Geschirr.
Handschrift und Oberfläche
Kawachis Arbeiten sind von organisch geformten, bewusst unregelmäßigen Körpern geprägt. Die Oberflächen bleiben rau und texturiert statt geglättet, und die Glasuren erzeugen im Brand ungleichmäßige Verläufe, Risse und Tropfenbildungen. Diese Haltung – das Zufällige des Brandes nicht zu kaschieren, sondern es als Teil des Stücks gelten zu lassen – verbindet die zeitgenössische Tokoname-Keramik mit der ästhetischen Tradition des Wabi-Sabi.
Ein Stück Tokoname-Keramik auswählen
Wer japanische Keramik aus Tokoname kaufen möchte, sollte zuerst auf die Oberfläche achten: Ungeglasurte Shudei-Ware fühlt sich anders an als glasierte Stücke und verändert sich mit dem Gebrauch. Bei Teekannen lohnt der Blick auf das Sieb und den Ausguss, bei Trinkgefäßen auf Wandstärke und Lippe. Stücke aus laufender Werkstattproduktion tragen in der Regel eine Töpfermarke am Boden.