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Kalligraphie im Sōsho-Stil

Kakemono, Unikat, 184 x 35 cm
Artikelnummer: 5387
  • Höhe 184 cm
  • Breite 35 cm
  • Artikel-Typ Kakemono
  • Entstehungszeit Meiji (1868–1912)
  • Jikusaki Holz
  • Material Honshi Papier
  • Technik Handmalerei
  • Unikat Ja

230,00 €

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Artikelbeschreibung

Zwei ineinander verschlungene Schriftzeichen, im stark kursiven Sōsho-Stil geschrieben, dominieren dieses Rollbild – eine Schriftform, die für ihre fließenden, oft kaum noch als einzelne Striche erkennbaren Verbindungen bekannt ist. 

Der Pinsel wurde mit hoher Geschwindigkeit geführt, sodass einzelne Linien ineinander übergehen und die Zeichen fast wie ein durchgehendes Band wirken. Ein kleines rotes Siegel oben rechts rundet die Komposition ab. Der Sōsho-Stil, oft auch „Grasschrift“ genannt, verlangt vom Betrachter ein geübtes Auge, da die Lesbarkeit zugunsten von Ausdruck und Bewegung zurücktritt – ein bewusster künstlerischer Kompromiss. 

Für Liebhaber der Kalligraphie, die sich weniger für den wörtlichen Inhalt als für die reine Schönheit des Pinselschwungs interessieren, ist ein solches Rollbild ein besonders reizvolles Sammlerstück.

Oft nachgefragt

Basierend auf den Angaben der Vorbesitzer und des Zustands des Objekts verorten wir es grob in der Epoche Meiji (1868–1912), können aber keine Angaben zum konkreten Zeitpunkt machen.
Ja, es handelt sich bei diesem Stück um ein echtes handgearbeitetes Unikat, das so kein zweites Mal existiert.
Weil beide Angaben über Verschiedenes sprechen: Die Epochenangabe beschreibt das Objekt – Bildträger, Farben, Erhaltungszustand –, die Signatur gibt wieder, welcher Name auf dem Bild steht. Dahinter steckt in aller Regel kein Täuschungsversuch, sondern die japanische Malereiausbildung: Das Kopieren nach Werkstattvorlagen war jahrhundertelang der Lehrplan, ein Utsushi gilt als Verbeugung vor dem Lehrer, Werkstätten signierten mit dem Namen des Meisters, und Künstlernamen wurden innerhalb einer Schule weitergegeben. Ein solches Rollbild ist deshalb keine Fälschung, sondern ein von Hand gemaltes Einzelstück, das die Formensprache seiner Schule fortführt – nur eben nicht das Werk des berühmten Namens, und entsprechend bepreist. Ausführlich erklären wir das im Ratgeber Warum trägt ein Kakemono oft die Signatur eines längst verstorbenen Künstlers?.

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