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Künstler

Itō Shinsui

Itō Shinsui (伊東深水, 1898–1972) war der bedeutendste Bijinga-Maler des 20. Jahrhunderts und eine zentrale Figur der Shin-hanga-Bewegung.
Kakemono von Itō Shinsui: Dame im Kimono vor einem Pflaumenbaum, Oberkörper im Detail.
Dame im Kimono am Pflaumenbaum – Kakemono von Itō Shinsui (伊東深水) (Ausschnitt)
Auf den Punkt gebracht
Itō Shinsui (伊東深水) war ein japanischer Nihonga-Maler und Holzschnittkünstler (1898–1972). Er wurde in Tōkyō geboren und trug den bürgerlichen Namen Hajime. Ab 1911 lernte er bei Kaburaki Kiyokata, von dem er auch den Künstlernamen Shinsui erhielt. Sein Werk gilt der Bijinga, der Darstellung schöner Frauen, die er aus der Ukiyo-e-Tradition in die Malerei des 20. Jahrhunderts überführte. Zugleich war er eine der zentralen Figuren der Shin-hanga-Bewegung und schuf bis 1960 rund 135 Holzschnitte im Verlag Watanabe. 1948 erhielt er den Preis der Japanischen Kunstakademie, der er ab 1958 als Mitglied angehörte.

Itō Shinsui (伊東深水): Bijinga im 20. Jahrhundert

Itō Shinsui (伊東深水, 1898–1972) war ein japanischer Nihonga-Maler und Holzschnittkünstler. Geboren wurde er 1898 in Tōkyō; sein bürgerlicher Name lautete Hajime (一). Sein Thema war die Bijinga, die Darstellung schöner Frauen – jene Gattung, die im Ukiyo-e ihren Ursprung hat und die Shinsui in die Malerei des 20. Jahrhunderts überführte, ohne sie zur Nostalgie werden zu lassen.

Ausbildung bei Kaburaki Kiyokata

Ab 1911 lernte Shinsui bei Kaburaki Kiyokata, dem führenden Bijinga-Maler seiner Zeit. Von ihm erhielt er auch den Künstlernamen, der auf den Tōkyōter Stadtteil seiner Herkunft anspielt. Über Kiyokata steht Shinsui in einer Linie, die sich bis zu Utagawa Kuniyoshi zurückverfolgen lässt – die Ukiyo-e-Tradition setzte sich in der Nihonga fort, auch wenn Technik und Bildträger wechselten.

Shin-hanga: der neue Holzschnitt

Neben der Malerei arbeitete Shinsui für den Verleger Watanabe Shōzaburō, der mit der Shin-hanga-Bewegung den japanischen Farbholzschnitt wiederbelebte. Das Verfahren blieb das überlieferte – Zeichner, Schneider und Drucker arbeiteten arbeitsteilig –, doch die Bildsprache war die des 20. Jahrhunderts. Bis 1960 entstanden auf diesem Weg rund 135 Blätter. Für die internationale Wahrnehmung japanischer Kunst waren diese Drucke wichtiger als die Malerei, weil sie in Auflage verfügbar waren.

Anerkennung

1948 erhielt Shinsui für die Arbeit Spiegel den Preis der Japanischen Kunstakademie; 1958 wurde er deren Mitglied. Er starb 1972 im Alter von 74 Jahren.

Die Frauendarstellung als Gattung

Ein Bijinga zeigt nie ein Porträt. Die dargestellte Frau ist ein Typus, und die Aussage des Bildes liegt in den Beiwerken: Muster und Schnitt des Kimono, Haartracht, Jahreszeit des Hintergrunds, Haltung der Hände. Eine Dame vor blühendem Pflaumenbaum ist deshalb zugleich ein Frühjahrsbild. Wer eine solche Arbeit betrachtet, sollte auf die Stofflichkeit achten: Wie ein Maler den Fall der Seide und den Übergang von Kragen zu Nacken bewältigt, entscheidet in dieser Gattung über den Rang.