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Künstler

Ueda Gizan

Ueda Gizan (上田義山, gest. 1972) war 510. Abt des Daitoku-ji und Abt des Kōtō-in. Seine Bokuseki gehören zum Kernbestand der Teekalligrafie.
Kakemono von Ueda Gizan: Zen-Malerei des Bodhidharma mit Inschrift in Tusche auf Papier.
Bodhidharma – Zen-Kalligrafie von Ueda Gizan (上田義山), Daitoku-ji (Ausschnitt)
Auf den Punkt gebracht
Ueda Gizan (上田義山), mit vollem Dharmanamen Gizan Ryōchū (義山良忠), war ein japanischer Zen-Mönch der Rinzai-Schule und Kalligraf. Er amtierte als 510. Abt des Daitoku-ji in Kyōto und als Abt des Untertempels Kōtō-in. Als Studio- und Beinamen sind Mui-shitsu (無為室) und Kan'un-shitsu (閑雲室) überliefert. Er starb 1972 im Alter von 81 Jahren, war also um 1891 geboren. Seine Kalligrafien gehören zur Gattung Bokuseki und wurden überwiegend für den Gebrauch im Teeraum geschrieben.

Ueda Gizan (上田義山): 510. Abt des Daitoku-ji

Ueda Gizan (上田義山) war ein japanischer Zen-Mönch der Rinzai-Schule und Kalligraf. Sein vollständiger Dharmaname lautete Gizan Ryōchū (義山良忠); Ueda ist der Familienname. Er amtierte als 510. Abt des Daitoku-ji in Kyōto – jenes Klosters, das seit dem 16. Jahrhundert enger als jedes andere mit der Teekultur verbunden ist. Zugleich war er Abt des Untertempels Kōtō-in, der von Hosokawa Tadaoki gestiftet wurde. Als Studio- und Beinamen sind Mui-shitsu (無為室) und Kan'un-shitsu (閑雲室) überliefert.

Lebensdaten und Stellung in der Abtsfolge

Gizan starb 1972 im Alter von 81 Jahren; daraus ergibt sich ein Geburtsjahr um 1891. Die Abtsfolge des Daitoku-ji ist lückenlos gezählt, was eine sichere Einordnung erlaubt: Auf Gizan als 510. folgte als 511. Abt Tachibana Daiki, später als 515. Abt Fujii Kaidō. Diese Zählung ist bei Zen-Kalligrafie das verlässlichste Zuordnungsmerkmal, weil Bokuseki häufig mit Amtsbezeichnung statt mit bürgerlichem Namen gezeichnet sind.

Bokuseki: Zen-Kalligrafie für den Teeraum

Gizans Arbeiten gehören zur Gattung Bokuseki (墨蹟) – Tuschespuren, also Kalligrafien von Zen-Meistern, die nicht als Schönschrift, sondern als unmittelbarer Ausdruck der Geisteshaltung des Schreibenden gelten. Solche Rollbilder werden im Tokonoma des Teeraums gezeigt und bestimmen dort den Grundton der Zusammenkunft. Neben reiner Schrift finden sich auch Zenga, also Zen-Malerei, häufig mit Bodhidharma als Motiv und einer beigeschriebenen Zeile.

Bokuseki im Teeraum: Format, Lesbarkeit, Wirkung

Eine Zen-Kalligrafie wird nicht gelesen wie ein Buch. Sie hängt während einer Teezusammenkunft im Tokonoma und gibt deren Grundton vor, häufig mit einer einzigen Zeile — dem Ichigyō-mono, das sich schmal und hoch in die Nische fügt. Wer eine solche Rolle kaufen möchte, achtet zuerst auf das Format, denn ein breites Blatt erdrückt einen kleinen Teeraum. Danach auf die Montierung: Bei Bokuseki ist sie bewusst zurückhaltend gehalten, damit nichts vom Duktus der Schrift ablenkt. Die Herkunft aus dem Tempelbetrieb macht solche Rollen bis heute zu den gesuchtesten Stücken für das Teezimmer.