Yamada Shūhei (山田秋坪): Literatenmaler im Ōsaka der Meiji- und Taishō-Zeit
Yamada Shūhei (山田秋坪) war ein japanischer Maler der Nanga-Richtung, der japanischen Literatenmalerei, und wirkte in Ōsaka. Ōsaka war neben Kyōto und Nagoya eines der Zentren, in denen sich die Nanga über die Meiji-Zeit hinaus hielt, während die staatlich geförderte Kunstpolitik längst andere Richtungen begünstigte. Die Lesung des Künstlernamens 秋坪 lautet Shūhei; abweichende Umschriften im Kunsthandel meinen dieselbe Person.
Eine der beiden Säulen der Schule Himejima Chikugais
Shūhei war Schüler von Himejima Chikugai, einem der führenden Nanga-Maler Ōsakas. In der Überlieferung zu dieser Schule wird er gemeinsam mit Mizuta Chikuho als eine der beiden tragenden Säulen genannt – eine Formulierung, die in der japanischen Kunstliteratur den engsten Kreis um einen Lehrer bezeichnet und zugleich andeutet, dass die Schule wesentlich über diese beiden weitergegeben wurde.
Blumen- und Vogelmalerei als Schwerpunkt
Shūheis Arbeitsgebiet war die Kachō-ga, die Blumen- und Vogelmalerei. Erhalten und dokumentiert ist eine Darstellung von Granatapfelblüte und weißem Papagei aus dem Jahr 1920, die sich im Sen-oku Hakukokan in Kyōto befindet. Das Museum ging aus der Sammlung der Familie Sumitomo hervor und besitzt einen der bedeutendsten Bestände chinesischer Bronzen in Japan; dass eine Arbeit Shūheis dort Aufnahme fand, sagt einiges über den Rang, den man ihm zu Lebzeiten zumaß.
Granatapfel und Star: ein Bild des Spätsommers
Der Granatapfel platzt im Spätsommer auf und legt die roten Kerne frei — ein Motiv, das in Ostasien für Fülle und Nachkommenschaft steht und dem Bild zugleich seinen Farbakzent gibt. Ein Vogel im Geäst bringt die Bewegung hinein. Die Nanga-Malerei behandelt eine solche Szene anders als die Shijō-Schule: Nicht die naturkundliche Genauigkeit trägt das Bild, sondern der Pinselzug selbst, der Zweig und Frucht in einem Zug setzt. Für den Wechsel im Tokonoma gehört ein solches Kakemono in die Wochen zwischen Hochsommer und Herbstanfang.