Kanō Tōshun Yoshinobu (狩野洞春美信): das Surugadai-Haus
Kanō Yoshinobu (狩野美信, 1747–1797) war ein japanischer Maler der mittleren Edo-Zeit. Yoshinobu ist sein persönlicher Name, Tōshun (洞春) sein Künstlername; in Objektbeschreibungen erscheinen beide zusammengesetzt als Kanō Tōshun Yoshinobu. Er war ältester Sohn des Kanō Gensen und übernahm bereits 1755 – nach dem Tod des Vaters, im Alter von neun Jahren – das Surugadai-Kanō-Haus als viertes Oberhaupt.
Omote-eshi: die zweite Rangstufe der Shōgunatsmaler
Die Malerhäuser im Dienst des Shōgunats waren streng gestuft. An der Spitze standen die vier Oku-eshi-Häuser – darunter das Kobikichō-Haus –, die unmittelbaren Zugang zum Shōgun hatten. Darunter folgten die Omote-eshi, und unter diesen nahm das Surugadai-Haus den ersten Platz ein; sein Oberhaupt trug den Rang eines Gobōzu. Diese Ordnung entschied über Auftragslage, Einkommen und gesellschaftliche Stellung ebenso wie über die Bildaufgaben, die einem Haus zufielen.
Eine Laufbahn, die mit neun Jahren begann
Dass Yoshinobu das Haus als Kind übernahm, war in dieser Ordnung kein Ausnahmefall: Der Name und die Stellung mussten gehalten werden, die tatsächliche Ausbildung übernahmen dann Verwandte oder Werkstattmitarbeiter. Yoshinobu führte das Haus über vier Jahrzehnte bis zu seinem Tod 1797.
Vögel und Herbstblumen als Bildsatz
Vögel zwischen herbstlichen Blumen gehören zum Kernbestand dessen, was ein Malerhaus im Dienst des Shōgunats zu liefern hatte: Bilder für den Wechsel im Tokonoma, sachlich richtig und ohne Eigenwilligkeit. Der Herbst ist dabei die dankbarste Jahreszeit, weil sich Chrysantheme, Ahorn und Herbstgräser in ihrer Farbigkeit deutlich voneinander absetzen und dem Maler eine Skala geben, die der Frühling so nicht hergibt. Erscheint ein solches Motiv als Paar oder Dreiersatz, gehören die Blätter zusammen und werden gemeinsam gehängt.