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Künstler

Kawai Gyokudō

Kawai Gyokudō (川合玉堂, 1873–1957) malte die Landschaften Japans im Wechsel der Jahreszeiten. 1940 erhielt er den Kulturorden.
Kakemono von Kawai Gyokudō: Tuschelandschaft mit Bergen und Wasser auf Seide.
Tuschelandschaft – Kakemono von Kawai Gyokudō (川合玉堂) (Ausschnitt)
Auf den Punkt gebracht
Kawai Gyokudō (川合玉堂) war ein japanischer Nihonga-Maler (1873–1957) und trug den bürgerlichen Namen Yoshisaburō. Er wurde in der Präfektur Aichi geboren und lernte nacheinander bei Mochizuki Gyokusen, bei Kōno Bairei in der Maruyama-Tradition und ab 1896 in Tōkyō bei Hashimoto Gahō. Ab 1898 wirkte er am Nihon Bijutsuin mit, ab 1915 lehrte er als Professor an der Kunsthochschule Tōkyō. 1917 wurde er kaiserlicher Hofkünstler, 1940 erhielt er den Kulturorden. Sein Werk gilt den Landschaften Japans im Wechsel der Jahreszeiten und den Menschen und Tieren, die darin leben.

Kawai Gyokudō (川合玉堂): die japanische Landschaft im Wechsel der Jahreszeiten

Kawai Gyokudō (川合玉堂, 1873–1957) zählt zu den zentralen Figuren der japanischen Malerei des 20. Jahrhunderts. Sein bürgerlicher Name lautete Yoshisaburō; geboren wurde er in der Präfektur Aichi. Sein Thema fand er früh und behielt es ein Leben lang bei: die Landschaften Japans im Lauf der Jahreszeiten und die Menschen und Tiere, die darin arbeiten und leben.

Drei Lehrer, drei Schulen

Gyokudōs Ausbildung verlief in drei Stufen, die zugleich drei Traditionen abdecken. 1887, mit vierzehn Jahren, trat er in Kyōto bei Mochizuki Gyokusen ein und erhielt dort den Künstlernamen Gyokushū. 1890 wechselte er zu Kōno Bairei und dessen Malschule, womit er in die Maruyama-Tradition eintrat. 1896 ging er mit 23 Jahren nach Tōkyō und wurde Schüler von Hashimoto Gahō, der die Kanō-Tradition in die moderne Nihonga überführt hatte. Aus dieser dreifachen Schulung – Kyōtoer Schulmalerei, Maruyama-Naturbeobachtung, Kanō-Pinselführung – entstand sein eigener Ton.

Hofkünstler, Professor, Träger des Kulturordens

Ab 1898 wirkte Gyokudō am Nihon Bijutsuin mit, das Okakura Tenshin gemeinsam mit Gahō und Yokoyama Taikan gegründet hatte. 1915 wurde er Professor für japanische Malerei an der Kunsthochschule Tōkyō, 1917 kaiserlicher Hofkünstler. 1940 erhielt er den Kulturorden, die höchste Auszeichnung, die Japan für kulturelle Leistungen vergibt.

Landschaft als Stimmung

Gyokudōs Landschaften zeigen selten etwas Besonderes: einen Fluss, ein Boot, einen Hang im Regen, dazu eine Figur bei der Arbeit. Gerade das macht sie für das Tokonoma brauchbar, denn sie beanspruchen den Raum nicht, sondern geben ihm einen Ton. Wer ein japanisches Rollbild für einen Wohnraum sucht und nicht für einen Anlass, findet in dieser Art von Landschaft die unaufdringlichste Lösung — sie funktioniert das ganze Jahr über und wird nicht durch ein Jahreszeitenmotiv festgelegt. Auf die Montierung kommt es dabei besonders an, weil sie den zurückhaltenden Bildton entweder trägt oder überspielt.