Künstler

Mochizuki Kinpō

Kakemono von Mochizuki Kinpō: Tanuki mit wachem Blick unter einem Pflaumenzweig, in Tusche gemalt.
Tanuki unter dem Pflaumenzweig – Kakemono von Mochizuki Kinpō (望月金鳳), Meiji-Zeit (Ausschnitt)

Mochizuki Kinpō (望月金鳳): der „Tanuki-Kinpō“

Mochizuki Kinpō (望月金鳳, 1846–1915) war ein japanischer Maler der Shijō-Schule, der vor allem mit Tierbildern hervortrat. Er stammte aus dem Viertel Hirano-machi in Ōsaka, trug ursprünglich den Familiennamen Hirano und kam durch Adoption in die Familie Mochizuki. Seine Tanuki-Bilder machten ihn so bekannt, dass man ihn den „Tanuki-Kinpō“ nannte.

Ausbildung in der Shijō-Schule

Seine Ausbildung begann in der Maruyama-Schule und führte ihn dann zu Nishiyama Kan'ei, einem Maler der Shijō-Schule. Die Shijō-Malerei, in Kyōto aus der Tradition Maruyama Ōkyos und Matsumura Goshuns hervorgegangen, verband genaue Naturbeobachtung mit einem lockeren, lyrischen Pinselstrich – eine Haltung, die sich in Kinpōs Tierbildern deutlich zeigt.

Vom Beamten zum Maler in Tokio

1876 ging Kinpō nach Tokio und trat als Beamter in das Innenministerium ein. Anschließend arbeitete er für die Erschließungsbehörde von Hokkaidō, die Präfektur Sapporo und die Präfekturverwaltung Hokkaidōs. 1890 gab er den Staatsdienst auf und lebte fortan als Maler in Tokio, wo er in Asakusa eine eigene Malschule führte.

Ausstellungen, Gründungen, Jury

Schon 1882 stellte er auf der ersten nationalen Malereiausstellung aus, ab 1890 erhielt er wiederholt Preise der Japanischen Kunstgesellschaft, 1895 und 1897 jeweils einen dritten Preis. 1898 gehörte er zu den Gründern der Nihon Gakai und wirkte dort als Juror, 1907 gründete er gemeinsam mit Takashima Hokkai den Seiha Dōshikai. Ab der zweiten Bunten 1908 war er Juror der staatlichen Kunstausstellung. Er starb 1915.

Tanuki in Tusche

Der Tanuki, der japanische Marderhund, ist in Volksglauben und Erzählungen ein listiger, gern verwandlungsfähiger Geselle. In Kinpōs Bildern erscheint er als Tier: mit dichtem, in weichen Tuschlagen aufgebautem Fell, wachen Augen und genau beobachteter Haltung. Die Kunstzeitschrift Bijutsu Gahō veröffentlichte 1900 sein Bild eines alten Tanuki im Mondlicht. Daneben gehören Blumen- und Vogelbilder zu seinem Werk.

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