Künstler

Katsushika Hokusai

Siebdruck-Rollbild nach Katsushika Hokusai: knorriger Pflaumenstamm mit weißen Blüten, Signatur und Siegel.
Weißer Pflaumenbaum – Siebdruck-Kakemono nach Katsushika Hokusai (葛飾北斎) (Ausschnitt)

Katsushika Hokusai (葛飾北斎): Zeichner, Maler, Holzschnittmeister

Katsushika Hokusai (葛飾北斎, 1760–1849) wurde im Stadtteil Honjo in Edo geboren, dem heutigen Tokio, und starb 1849 im Viertel Asakusa derselben Stadt. In rund siebzig Schaffensjahren entwarf er Farbholzschnitte und Surimono, illustrierte Bücher und malte mit dem Pinsel – ein Werk, dessen Umfang und Vielfalt in der japanischen Kunst kaum Vergleiche kennt.

Von Shunrō bis Gakyō Rōjin Manji

1778 trat er in die Werkstatt des Holzschnittmeisters Katsukawa Shunshō ein; schon im folgenden Jahr erschienen unter dem Namen Shunrō seine ersten Schauspielerbilder. Um 1794 löste er sich von der Katsukawa-Schule. Im Lauf seines Lebens führte er mehr als dreißig Künstlernamen, darunter Sōri, Hokusai, Taito, Iitsu und zuletzt Gakyō Rōjin Manji, der „vom Malen besessene alte Mann“. Seine Tochter Ōi arbeitete als Malerin an seiner Seite.

Der Fuji, die Skizzenbücher und die Wasserfälle

Weltbekannt wurde Hokusai durch die Holzschnittserie „36 Ansichten des Berges Fuji“ aus den frühen 1830er-Jahren, zu der auch die große Welle vor Kanagawa gehört. Ab 1814 erschienen die Bände der „Hokusai Manga“, eine Fundgrube von Menschen, Tieren, Pflanzen und Alltagsszenen. Serien wie die Wasserfälle der Provinzen zeigen dieselbe Lust am genauen Beobachten. Seine Bildsprache wirkte weit über Japan hinaus und beeinflusste europäische Maler wie Vincent van Gogh und Paul Gauguin.

Die späten Jahre: der Pinsel statt des Holzstocks

In seinem Spätwerk überwiegen Handmalereien, im Japanischen Nikuhitsu-ga. In den 1840er-Jahren hielt er sich in Obuse in der Provinz Shinano auf und schuf dort Deckenbilder; noch in seinem Todesjahr entstand ein Tiger im Schnee. Überliefert ist sein Wunsch, ihm möchten noch fünf Jahre bleiben, damit er ein wirklicher Maler werden könne.

Hokusais Motive im Rollbild

Blühende Pflaumenbäume gehören zu den Motiven, die Hokusai in seinen Surimono darstellte, fein gedruckten Blättern mit Gedichten – das Metropolitan Museum of Art bewahrt etwa einen alten Pflaumenbaum in Blüte von um 1800. Weil eigenhändige Gemälde Hokusais selten und kostbar sind, begegnen seine Bildideen Sammlern heute vor allem als Nachdrucke im Rollbildformat. Ein solcher Druck erhebt keinen Anspruch auf die Hand des Meisters, holt aber seine Komposition ins Tokonoma.

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