
Kakemono – japanische Rollbilder
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Ein Kakemono (掛物), auch Kakejiku genannt, ist das japanische Hängerollbild: eine Malerei oder Kalligrafie auf Papier oder Seide, die ein Montierer mit Washi hinterklebt, in Seidenbrokat fasst und zwischen eine Leiste oben und einen Rundstab unten spannt. Anders als ein gerahmtes Bild ist es zum Wechseln gemacht – im Tokonoma oder an einer ruhigen Wand gezeigt und danach aufgerollt in seiner Holzbox verwahrt. Bei Densho finden Sie handgemalte Kakemono als Einzelstücke aus Japan, jeweils mit Angaben zu Bildträger, Jikusaki und Entstehungszeit.

Kanō Tanyū
Fuji über Wolkenband und dunstigen Hügeln
Kakemono, Unikat, mit Box, 103 x 52 cm
660,00 €

Okumura Kyōhō
Set aus vier Gemälden – Legenden der vier Jahreszeiten
Kakemono, Unikat, mit Box, 192 x 48 cm
1.210,00 €

Mori Getsujō
Zwei Karpfen zwischen Schilfhalmen
Kakemono, Unikat, mit Box, 190 x 48 cm
320,00 €

Tokuda Rinsai
Kohlmeise auf spätherbstlichem Baumstamm
Kakemono, Unikat, mit Box, 205 x 49 cm
270,00 €

Mochizuki Kinpō
Set aus zwei Gemälden – Tanuki unter Pflaume und Weide
Kakemono, Unikat, mit Box, 195 x 48 cm
3.590,00 €

Kanō Tōshun Yoshinobu
Set aus zwei Gemälden – Vögel und herbstliche Blumen
Kakemono, Unikat, mit Box, 200 x 56 cm
770,00 €

Nakahara Yōtō
Set aus zwei Gemälden – Sperlinge an Glyzinie und Weidenzweig
Kakemono, Unikat, mit Box, 175 x 38 cm
690,00 €

Itō Shinsui
Dame im Kimono unter blühendem Pflaumenbaum
Kakemono, Unikat, mit Box, 205 x 50 cm
1.680,00 €

Araki Kanpo
Singvogel auf blühendem Kamelienast
Kakemono, Unikat, mit Box, 192 x 46 cm
1.210,00 €

Shibata Zeshin
Herbstliche Ufervegetation mit Schmetterling
Kakemono, Unikat, mit Box, 192 x 46 cm
880,00 €

Koyama Setsurei
Weißer Reiher zwischen Blüten und Schilf
Kakemono, Unikat, mit Box, 195 x 54 cm
720,00 €

Dame im Kimono am Gartenteich
Kakemono, Unikat, mit Box, 136 x 71 cm
480,00 €

Hashimoto Gyōin
Kalligrafie „Shoaku Makusa"
Kakemono, Unikat, mit Box, 200 x 38 cm
350,00 €

Nakamura Shunden
Uguisu auf blühendem Pflaumenbaum
Kakemono, Unikat, mit Box, 198 x 55 cm
320,00 €

Imai Keiki
Hahn und Pflaumenblüten
Kakemono, Unikat, mit Box, 196 x 45 cm
240,00 €

Tanaka Hakuin
Japanische Aubergine
Kakemono, Unikat, mit Box, 164 x 33 cm
340,00 €

Hara Zaichu
Aufgehende Sonne über nebliger Landschaft
Kakemono, Unikat, mit Box, 200 x 70 cm
230,00 €

Haneda Getsushu
Fluss im blühenden Tal
Kakemono, Unikat, mit Box, 192 x 72 cm
250,00 €

Tosa Mitsusada
Kraniche im Flug über Bambus
Kakemono, Unikat, mit Box, 126 x 69 cm
360,00 €

Yamaguchi Daichi
Kalligrafie "Ohne Angelegenheiten"
Kakemono, Unikat, mit Box, 176 x 34 cm
540,00 €

Saegusa Soko
Wildschwein im Herbstlaub
Kakemono, Unikat, mit Box, 210 x 60 cm
950,00 €

Yamada Shuhei
Granatapfelzweig und Star
Kakemono, Unikat, mit Box, 187 x 51 cm
530,00 €

Amano Shuryo
Herbstchrysanthemen
Kakemono, Unikat, mit Box, 190 x 51 cm
480,00 €

Sugaya Hosen
Blassrote Pflaumenblüten im Frühlingslicht
Kakemono, Unikat, mit Box, 193 x 46 cm
490,00 €

Ueda Gizan
Bodhidharma - Geradewegs ins Herz
Kakemono, Unikat, mit Box, 135 x 34 cm
450,00 €

Welpe im Abendrot unter Kiefern
Kakemono, Unikat, mit Box, 200 x 39 cm
210,00 €

Kawasaki Shoko
Hibiskusblüten und Grashüpfer
Kakemono, Unikat, mit Box, 215 x 53 cm
380,00 €

Sakai Sanryo
Wasserfall im Nebel
Kakemono, Unikat, mit Box, 129 x 36 cm
570,00 €

Kobayashi Taigen
Ohne Gedanken zum großen Weg – Zen-Kalligrafie, oliv gefasst
Kakemono, Unikat, mit Box, 176 x 36 cm
690,00 €

Takaku Ryūko
Reiher in stiller Pfingstrosenpracht
Kakemono, Unikat, mit Box, 186 x 50 cm
1.300,00 €

Miyamoto Musashi
Triptychon-Drucke nach Miyamoto Musashi
Kakemono, Druck, mit Box, 135 x 47 cm
270,00 €

Ogawa Shodo
Singvogel am blühenden Pflaumenbaum
Kakemono, Unikat, mit Box, 133 x 66 cm
410,00 €

Hirose Hakuen
Singender Vogel im Kirschblütenzweig
Kakemono, Unikat, 182 x 51 cm
370,00 €

Tansenzai Keimei
Fuji in wolkenverhangenen Höhen
Kakemono, Unikat, 123 x 63 cm
440,00 €

Kobayashi Taigen
Ohne Gedanken zum großen Weg – Zen-Kalligrafie, gold gefasst
Kakemono, Unikat, mit Box, 173 x 37 cm
720,00 €

Yagioka Shunzan
Begegnung am Rand des Wasserfalls
Kakemono, Unikat, mit Box, 200 x 44 cm
880,00 €

Tokuoka Shinsen
Pflaumenblüten im leisen Frühlicht
Kakemono, Unikat, mit Box, 124 x 49 cm
280,00 €

Kano Eihaku
Wasser, Rückzug und Aufstieg - 3er Set
Kakemono, Unikat, mit Box, 188 x 45 cm
630,00 €

Gyokusha Shunki
Springender Karpfen - Kakemono Gyokusha Shunki
Kakemono, Unikat, 194 x 50 cm
540,00 €

Takahashi Keizan
Frühlingsduett auf blühendem Ast
Kakemono, Unikat, 182 x 80 cm
630,00 €

Kanō Zuizen
Fuji im Morgennebel
Kakemono, Unikat, 140 x 91 cm
1.170,00 €

Saeki Shunkō
Schönheit im Profil mit orangefarbenem Kimono
Kakemono, Unikat, 167 x 36 cm
360,00 €

Unkoku Tōban
Bodhidharma auf dem Weg
Kakemono, Unikat, 168 x 52 cm
550,00 €

Takeda Masuyoshi
Kalligrafie "Schnee"
Kakemono, Unikat, mit Box, 118 x 48 cm
470,00 €

Kōsūkoku
Begegnung am Fluss
Kakemono, Unikat, mit Box, 136 x 97 cm
1.290,00 €

Seifune
Junge Frau vor ihrem Kimono-Schrank
Kakemono, Unikat, mit Box, 195 x 65 cm
520,00 €

Suzuki Shonen
Wanderer vor dem Wasserfall - Suzuku Shonen
Kakemono, Unikat, mit Box, 190 x 71 cm
380,00 €

Suma Taisui
Frühling an der alten Kirschblüte
Kakemono, Unikat, mit Box, 208 x 61 cm
470,00 €
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Kakemono: das japanische Hängerollbild
Kakemono (掛物), auch Kakejiku (掛軸) genannt, ist das vertikale Hängerollbild Japans und bis heute die bekannteste Form, in der japanische Malerei und Kalligrafie gezeigt werden. Es ist fast immer ein Hochformat: Die Montierung führt den Blick von der oberen Leiste über die Stoffbahnen ins Bildfeld und weiter hinab zum Rundstab. Als Faustregel messen vollständig montierte Rollbilder etwa 170 bis 200 Zentimeter in der Höhe bei 40 bis 60 Zentimetern Breite; die Malerei selbst nimmt davon oft nur die Hälfte ein.
Von der Sutrenrolle zum Tokonoma
Die Kunst der Montierung kam mit dem Buddhismus aus China nach Japan. Sie begann mit dem Herrichten von Sutrenrollen; aus Bildern buddhistischer Gottheiten, die zur Andacht aufgehängt wurden, entwickelte sich das Hängerollbild. In der Muromachi-Zeit (1333–1573) wurde es üblich, chinesische und zenbuddhistische Malerei und Kalligrafie in Brokate zu fassen. Mit dem Shoin-Baustil entstand zugleich das Tokonoma, die Bildnische des Empfangsraums, und gab dem Rollbild einen festen Ort. Als später die Teezeremonie aufblühte, prägte auch der Geschmack der Teemeister die Montierung.
Der Aufbau: vom Honshi bis zum Jikusaki
Im Zentrum sitzt das Honshi, das eigentliche Werk auf Papier oder Seide. Darüber und darunter liegen die Ichimonji, zwei schmale Querstreifen, traditionell aus dem kostbarsten Stoff der Montierung. Um beides legt sich das Chūmawashi, die innere Einfassung; oben und unten schließen die ruhigen Felder Ten (Himmel) und Chi (Erde) an. Bei vielen Montierungen hängen zwei Stoffbänder, die Fūtai, vom oberen Stab herab. Die obere Leiste trägt die Aufhängeschnur, der untere Rundstab zieht die Bahn glatt. Seine sichtbaren Endstücke, die Jikusaki, bestehen aus Holz, Knochen, Horn, Lack, Keramik oder bei jüngeren Montierungen aus Kunststoff.
Hyōgu: die zweite Handschrift am Rollbild
Dass aus einem bemalten Blatt ein Rollbild wird, ist das Werk des Montierers, des Hyōgu-shi. Er hinterklebt Bild und Stoffe in mehreren Lagen mit Washi und Weizenstärkekleister und wählt die Stoffe so, dass sie untereinander harmonieren und das Motiv hervorheben – ein kühles Blaugrau zu einer Tuschlandschaft, ein warmes Goldocker zu Päonien. Montierungen folgen festen Typen: Die verbreitete Familie des Yamato-hyōgu kennt drei Grade der Förmlichkeit, Shin, Gyō und Sō; das Bunjin-hyōgu der Literaten umschließt das Bild ringsum mit einem einzigen Stoff. Weil der Kleister wasserlöslich bleibt, lässt sich eine Montierung nach Generationen ablösen und erneuern. Die Einfassung eines alten Bildes ist deshalb häufig jünger als das Bild selbst.
Handgemalt, Kopie oder Druck
Auf dem Markt für Rollbilder liegen drei verschiedene Dinge nebeneinander. Das handgemalte Unikat existiert genau einmal. Die Werkstatt- oder Schulkopie ist ebenfalls von Hand gemalt, folgt aber einer berühmten Vorlage – in Japan über Jahrhunderte Teil der Ausbildung und kein Makel, solange sie als Kopie bezeichnet wird. Daneben gibt es Reproduktionen wie Holzschnitte, Lichtdrucke, Siebdrucke und Digitaldrucke. Handgemalte Tusche sitzt unterschiedlich dick auf dem Grund, läuft an den Rändern minimal in die Fasern und zeigt am Strichende, wo der Pinsel abgehoben wurde; ein Druck bleibt gleichmäßig und zerfällt unter der Lupe oft in ein Raster. Bei Densho ist die Technik jedes Rollbilds angegeben, Siebdrucke sind als solche ausgewiesen.
Tokonoma, Wohnraum und der Wechsel der Jahreszeiten
Traditionell hängt ein Kakemono im Tokonoma, dem Ehrenplatz des Raums, oft begleitet von einer Blume im Gefäß. Es wurde nie auf Dauer gezeigt, sondern je nach Jahreszeit oder Anlass ausgetauscht: im Frühjahr ein blühender Pflaumenzweig, im Hochsommer eine Wasserfalllandschaft, im Winter Tusche auf leerem Grund. Drei bis vier Wochen am Stück gelten als angemessen, danach ruht das Bild aufgerollt in seiner Box. In einer westlichen Wohnung braucht ein Rollbild keine Nische, wohl aber ruhige Wandfläche um sich herum.
Aufhängen und Pflege
Gehängt wird ein Kakemono, solange es noch aufgerollt ist: Die Schnur kommt zuerst über den Haken, dann lässt man die Bahn langsam abrollen und begleitet den Rundstab mit beiden Händen. Fuchin, paarige Gewichte an den Stabenden, halten das Bild im Luftzug ruhig. Direkte Sonne, Heizungsluft und kalte Außenwände schaden; als Faustregel gelten etwa 50 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte. Gereinigt wird nur trocken mit einem weichen Pinsel, denn Nässe löst den Kleister. Aufgerollt wird locker und ohne Zug, verwahrt in einer Holzbox aus Kiri (Paulownia).
Worauf Sammler achten
Leichte Vergilbung, ein nachgedunkelter Seidengrund und kleine Stockflecken am Rand der Einfassung sind bei Stücken aus Meiji-, Taishō- oder Shōwa-Zeit normal. Genauer hinsehen sollte man bei Flecken mitten im Bildfeld, bei brüchiger Seide entlang der Rollkanten und bei einer Einfassung, die sich großflächig löst. Sorgfalt in der Montierung zeigt sich an geraden Nähten, einem mittig sitzenden Bildfeld und an den Jikusaki: Knochen, gedrechseltes Holz, Keramik oder Lack sprechen für eine aufwendige Montierung, Kunststoff eher für eine einfachere. Liegt eine vom Künstler beschriftete Holzbox bei, ein Tomobako, gehört sie zum Objekt und sollte nie davon getrennt werden.
















































