
Japanische Kunst der Edo-Zeit
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Die Edo-Zeit (江戸時代, Edo jidai, 1603–1868), auch Tokugawa-Zeit genannt, war eine rund 250-jährige Friedensperiode, in der sich Japan weitgehend von der Außenwelt abschottete. Gerade in dieser Abgeschiedenheit bildeten sich viele bis heute prägende Kunsttraditionen heraus – die Malerei der Kanō-Schule, Rinpa und Nanga, der Farbholzschnitt Ukiyo-e und Keramik aus Hagi, Kutani und Arita. Werke dieser Zeit sind über 150 Jahre alt und tragen ihr Alter sichtbar. Bei Densho finden Sie Kunst der Edo-Zeit – vor allem handgemalte Kakemono – als Einzelstücke direkt aus Japan.

Kanō Tanyū
Fuji über Wolkenband und dunstigen Hügeln
Kakemono, Unikat, mit Box, 103 x 52 cm
660,00 €

Takaku Ryūko
Reiher in stiller Pfingstrosenpracht
Kakemono, Unikat, mit Box, 186 x 50 cm
1.300,00 €

Chinesische Schönheit an rotem Tisch
Kakemono, Unikat, 174 x 44 cm
750,00 €

Jikoji Sanenaka
Kranich bei Bambus auf Goldgrund
Kakemono, Unikat, 179 x 52 cm
Verkauft
Yoshihiko
Drache in hellen Konturen auf dunkler Seide
Kakemono, Unikat, 175 x 61 cm
Verkauft

Kanō Sōshū
Zwei Koi im stürzenden Wasser
Kakemono, Unikat, 102 x 28 cm
Verkauft

Weißer Reiher
Kakemono, Unikat, 78 x 28 cm
Verkauft

Fuji über Dörfern und Hügeln im Dunst
Kakemono, Unikat, mit Box, 185 x 146 cm
Verkauft

Alte Landschaft mit Segelboot
Kakemono, Unikat, 98 x 67 cm
Verkauft

Zwei Enten am Teichufer
Kakemono, Unikat, 194 x 61 cm
Verkauft

Großer Koi mit kleinen Fischen im Querformat
Kakemono, Unikat, 108 x 70 cm
Verkauft
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Zweihundertfünfzig Jahre Frieden
Nach dem Sieg in der Schlacht von Sekigahara im Jahr 1600 übernahm Tokugawa Ieyasu 1603 die Regierungsgewalt und verlegte den Sitz des Shogunats von Kyōto nach Edo, ins heutige Tokio. Der Kaiser residierte weiter in Kyōto, jedoch ohne reale Macht. Über 15 Generationen hinweg sicherte die Tokugawa-Familie dem Land eine lange Periode inneren Friedens – um den Preis strenger Kontrolle und einer festen Ständeordnung aus Samurai, Bauern, Handwerkern und Kaufleuten. Edo und Ōsaka wuchsen zu wirtschaftlichen und kulturellen Zentren heran, und eine wohlhabende Bürgerschicht gewann trotz ihres formal niedrigen Rangs großen kulturellen Einfluss.
Sakoku: eine Kultur aus eigener Kraft
Ab 1624 schränkte das Shogunat den Kontakt zur Außenwelt drastisch ein. Nagasaki blieb über weite Strecken der einzige Hafen für einen begrenzten Handel, vor allem mit den Niederlanden und China. Diese Abschließung, Sakoku genannt, sollte vor allem fremden kolonialen und religiösen Einfluss fernhalten. Sie begünstigte zugleich eine außerordentlich eigenständige Kultur: Vieles, was heute als „typisch japanisch“ gilt – die Teezeremonie in ihrer heutigen Form, der Farbholzschnitt, zahlreiche Keramiktraditionen –, nahm in dieser Zeit Gestalt an.
Malerei: Kanō, Rinpa, Nanga
Die Kanō-Schule bestimmte die offizielle Malerei. Ihr Hofmaler Kanō Tan'yū malte den Fuji wiederholt, mit fein abgestufter Linie und großzügigem Leerraum, und prägte damit die Bildsprache der Epoche. Ausgebildet wurde durch Kopieren: Werkstattschüler studierten über Jahre die Vorlagensammlungen ihres Meisters, das Funpon, bevor sie Eigenes entwarfen. Daneben entstanden die dekorative Rinpa-Malerei mit Blumen- und Landschaftsmotiven auf Goldgrund und die Nanga-Malerei, die sich an chinesischen Gelehrtenidealen orientierte. Im 18. Jahrhundert führte Maruyama Ōkyo das Zeichnen nach der Natur ein, und in den Städten fing der Ukiyo-e-Holzschnitt das „Leben der fließenden Welt“ ein. Typische Motive auf Rollbildern sind Kraniche und Reiher, Bambus und Pfingstrosen, Karpfen im Wasser, Drachen in Wolken, Landschaften mit dem Fuji und Figuren nach chinesischen Vorbildern.
Keramik und Teezeremonie
Auch für die japanische Keramik war die Edo-Zeit eine Phase der Formierung. Die Entdeckung des Porzellans in Arita fällt in das Jahr 1616, Kutani und Hagi erhielten ihre prägende Gestalt, und viele Lehnsherren stellten Töpferöfen als offizielle Hoflieferanten unter ihren Schutz. Die Teezeremonie, im 16. Jahrhundert von Sen no Rikyū geprägt, wurde in dieser Zeit vom exklusiven Ritual der Herrschenden zur kulturellen Praxis wohlhabender Bürger. Viele der damals begründeten Ofentraditionen werden bis heute fortgeführt.
Woran man ein Rollbild der Edo-Zeit erkennt
Am meisten verrät der Bildträger. Papier und Seide werden über die Generationen wärmer im Ton, Stockflecken treten auf, die Tusche zieht in die Fasern und verliert ihre scharfe Kante. Bei Stücken dieses Alters gehören feine Haar- und Knickrisse, Flecken und eine nachgedunkelte Oberfläche häufig dazu. Auch die Farben datieren mit: Synthetische Anilinfarben sind in Japan nicht vor den 1860er Jahren nachweisbar – ein leuchtendes Magenta auf einem angeblich frühen Edo-Bild ist daher ein deutlicher Hinweis auf eine spätere Entstehung. Wenig sagt dagegen die Montierung, denn sie wird traditionell im Abstand von etwa hundert bis zweihundert Jahren erneuert; eine frische Seide kann schlicht bedeuten, dass ein altes Bild gut gepflegt wurde.
Signatur, Siegel und Werkstatt
Eine Signatur ordnet ein Werk einer Linie und einer Werkstatt zu – wer den Pinsel geführt hat, sagt sie nur ungefähr. In der Werkstattmalerei der Edo-Zeit entwarf der Meister die Komposition, Gehilfen führten Details aus, signiert wurde mit dem Namen des Meisters. Künstlernamen wanderten vom Lehrer zum Schüler, und Hofränge wie Hokkyō oder Hōgen, die in der Signatur erscheinen, grenzen die Entstehung zeitlich ein. Beschreibungen sprechen deshalb sorgfältig davon, dass Signatur und Siegel auf einen Maler verweisen.
Pflege eines antiken Rollbilds
Ein Kakemono wird nicht dauerhaft aufgehängt, sondern einige Wochen gezeigt und danach locker aufgerollt in seiner Holzbox verwahrt. Es braucht indirektes Licht, keine Wand über der Heizung und eine gleichmäßige Luftfeuchte von etwa 50 bis 60 Prozent. Staub nehmen Sie nur trocken mit einem weichen Pinsel ab, denn Feuchtigkeit löst den Stärkekleister der Montierung. Lösen sich die Ränder der Einfassung oder laufen Risse durch das Bild, ist eine Neumontierung durch einen Hyōgu-shi der richtige Weg – genau dieser regelmäßige Eingriff ist der Grund, warum Rollbilder aus dem 17. Jahrhundert überhaupt noch existieren.
Worauf Sammler achten
Ein Rollbild der Edo-Zeit ist ein Zeitzeuge, und sein Zustand gehört zu seiner Geschichte. Achten Sie darauf, dass Altersspuren offen beschrieben sind, und lesen Sie Datierung und Künstlernamen als zwei getrennte Aussagen. Entscheidend ist, dass von Hand gemalt wurde – Pinsellinien setzen mit Druck an und laufen aus, ein echt abgedrücktes Siegel liegt leicht erhaben auf. Eine beiliegende Holzbox bleibt beim Bild. Die Edo-Zeit endete 1868 mit der Meiji-Restauration, nachdem die erzwungene Öffnung Japans 1853 die Spannungen im Land verschärft hatte.


