
Japanische Kunst nach Epochen
Direkt zu den ArtikelnKurz gesagt
Die Epochen der japanischen Kunst (時代, jidai) ordnen ein Werk nach seiner Entstehungszeit – von der Edo-Zeit (1603–1868) über Meiji, Taishō und Shōwa bis zu Heisei (1989–2019) und Reiwa (seit 2019). Benannt sind sie nach dem Regierungssitz des Shogunats oder nach dem Regierungsnamen des jeweiligen Kaisers. Die Angabe beschreibt das Objekt selbst – Bildträger, Farben, Zustand – und wird aus Material, Stil, Signatur und Holzbox erschlossen. Bei Densho finden Sie Malerei, Keramik und Figuren nach Epochen geordnet, jedes Stück ein Einzelstück direkt aus Japan.

Kanō Tanyū
Fuji über Wolkenband und dunstigen Hügeln
Kakemono, Unikat, mit Box, 103 x 52 cm
660,00 €

Okumura Kyōhō
Set aus vier Gemälden – Legenden der vier Jahreszeiten
Kakemono, Unikat, mit Box, 192 x 48 cm
1.210,00 €

Mori Getsujō
Zwei Karpfen zwischen Schilfhalmen
Kakemono, Unikat, mit Box, 190 x 48 cm
320,00 €

Tokuda Rinsai
Kohlmeise auf spätherbstlichem Baumstamm
Kakemono, Unikat, mit Box, 205 x 49 cm
270,00 €

Mochizuki Kinpō
Set aus zwei Gemälden – Tanuki unter Pflaume und Weide
Kakemono, Unikat, mit Box, 195 x 48 cm
3.590,00 €

Kanō Tōshun Yoshinobu
Set aus zwei Gemälden – Vögel und herbstliche Blumen
Kakemono, Unikat, mit Box, 200 x 56 cm
770,00 €

Nakahara Yōtō
Set aus zwei Gemälden – Sperlinge an Glyzinie und Weidenzweig
Kakemono, Unikat, mit Box, 175 x 38 cm
690,00 €

Itō Shinsui
Dame im Kimono unter blühendem Pflaumenbaum
Kakemono, Unikat, mit Box, 205 x 50 cm
1.680,00 €

Sosei Heian
Chawan Teeschale aus Raku-Keramik von Sosei Heian
Chawan, Unikat, mit Box, 8,5 x 13 cm
260,00 €

Araki Kanpo
Singvogel auf blühendem Kamelienast
Kakemono, Unikat, mit Box, 192 x 46 cm
1.210,00 €

Hisashi Ohi
Chawan Teeschale aus Ohi-Keramik von Hisashi Ohii
Chawan, Unikat, mit Box, 8 x 11,5 cm
240,00 €

Shibata Zeshin
Herbstliche Ufervegetation mit Schmetterling
Kakemono, Unikat, mit Box, 192 x 46 cm
880,00 €

Koyama Setsurei
Weißer Reiher zwischen Blüten und Schilf
Kakemono, Unikat, mit Box, 195 x 54 cm
720,00 €

Dame im Kimono am Gartenteich
Kakemono, Unikat, mit Box, 136 x 71 cm
480,00 €

Hashimoto Gyōin
Kalligrafie „Shoaku Makusa"
Kakemono, Unikat, mit Box, 200 x 38 cm
350,00 €

Nakamura Shunden
Uguisu auf blühendem Pflaumenbaum
Kakemono, Unikat, mit Box, 198 x 55 cm
320,00 €

Imai Keiki
Hahn und Pflaumenblüten
Kakemono, Unikat, mit Box, 196 x 45 cm
240,00 €

Yoshihisa Inoue
Chawan Teeschale aus Kyoto-Keramik von Yoshihisa Inoue
Chawan, Unikat, mit Box, 9,5 x 10 cm
290,00 €

Masao Nakajima
Chawan Teeschale aus Shino-Keramik von Masao Nakajima
Chawan, Unikat, mit Box, 12,5 x 8 cm
380,00 €

Tanaka Hakuin
Japanische Aubergine
Kakemono, Unikat, mit Box, 164 x 33 cm
340,00 €

Hara Zaichu
Aufgehende Sonne über nebliger Landschaft
Kakemono, Unikat, mit Box, 200 x 70 cm
230,00 €

Haneda Getsushu
Fluss im blühenden Tal
Kakemono, Unikat, mit Box, 192 x 72 cm
250,00 €

Ichiraku Nishimura
Chawan Teeschale aus Raku-Keramik von Ichiraku Nishimura
Chawan, Unikat, mit Box, 8 x 11,5 cm
420,00 €

Tosa Mitsusada
Kraniche im Flug über Bambus
Kakemono, Unikat, mit Box, 126 x 69 cm
360,00 €

Yamaguchi Daichi
Kalligrafie "Ohne Angelegenheiten"
Kakemono, Unikat, mit Box, 176 x 34 cm
540,00 €

Saegusa Soko
Wildschwein im Herbstlaub
Kakemono, Unikat, mit Box, 210 x 60 cm
950,00 €

Yamada Shuhei
Granatapfelzweig und Star
Kakemono, Unikat, mit Box, 187 x 51 cm
530,00 €

Amano Shuryo
Herbstchrysanthemen
Kakemono, Unikat, mit Box, 190 x 51 cm
480,00 €

Shoraku Sasaki
Chawan aus Kuro-Raku von Shoraku Sasaki, welliger Rand
Chawan, Unikat, mit Box, 8 x 12 cm
380,00 €

Sugaya Hosen
Blassrote Pflaumenblüten im Frühlingslicht
Kakemono, Unikat, mit Box, 193 x 46 cm
490,00 €

Ueda Gizan
Bodhidharma - Geradewegs ins Herz
Kakemono, Unikat, mit Box, 135 x 34 cm
450,00 €

Kazuki Omi
Chawan Teeschale aus Shigaraki-Keramik von Kazuki Omi
Chawan, Unikat, mit Box, 8 x 12 cm
210,00 €

Choraku Ohi
Chawan Teeschale aus Ohi-Keramik von Choraku Ohi
Chawan, Unikat, mit Box, 8,5 x 12 cm
250,00 €

Welpe im Abendrot unter Kiefern
Kakemono, Unikat, mit Box, 200 x 39 cm
210,00 €

Kawasaki Shoko
Hibiskusblüten und Grashüpfer
Kakemono, Unikat, mit Box, 215 x 53 cm
380,00 €

Sakai Sanryo
Wasserfall im Nebel
Kakemono, Unikat, mit Box, 129 x 36 cm
570,00 €

Kobayashi Taigen
Ohne Gedanken zum großen Weg – Zen-Kalligrafie, oliv gefasst
Kakemono, Unikat, mit Box, 176 x 36 cm
690,00 €

Shogen Heian
Chawan Teeschale aus Raku-Keramik von Shogen Heian
Chawan, Unikat, mit Box, 8 x 12 cm
220,00 €

Kawachi Hidetoshi
Guinomi aus Oribe-Keramik von Kawachi Hidetoshi mit Blau
Guinomi, Unikat, mit Box, 7,5 x 7 cm
310,00 €

Takaku Ryūko
Reiher in stiller Pfingstrosenpracht
Kakemono, Unikat, mit Box, 186 x 50 cm
1.300,00 €

Miyamoto Musashi
Triptychon-Drucke nach Miyamoto Musashi
Kakemono, Druck, mit Box, 135 x 47 cm
270,00 €

Ogawa Shodo
Singvogel am blühenden Pflaumenbaum
Kakemono, Unikat, mit Box, 133 x 66 cm
410,00 €

Hirose Hakuen
Singender Vogel im Kirschblütenzweig
Kakemono, Unikat, 182 x 51 cm
370,00 €

Tansenzai Keimei
Fuji in wolkenverhangenen Höhen
Kakemono, Unikat, 123 x 63 cm
440,00 €

Kobayashi Taigen
Ohne Gedanken zum großen Weg – Zen-Kalligrafie, gold gefasst
Kakemono, Unikat, mit Box, 173 x 37 cm
720,00 €

Yagioka Shunzan
Begegnung am Rand des Wasserfalls
Kakemono, Unikat, mit Box, 200 x 44 cm
880,00 €

Tokuoka Shinsen
Pflaumenblüten im leisen Frühlicht
Kakemono, Unikat, mit Box, 124 x 49 cm
280,00 €

Kano Eihaku
Wasser, Rückzug und Aufstieg - 3er Set
Kakemono, Unikat, mit Box, 188 x 45 cm
630,00 €
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Wie Japan seine Geschichte zählt
Japan gliedert seine Geschichte nicht nach Jahrhunderten, sondern nach Epochen, und jede Epoche trägt einen Namen. Die Edo-Zeit ist nach der Stadt Edo benannt, dem heutigen Tokio, in die das Tokugawa-Shogunat 1603 seinen Regierungssitz verlegte. Ab 1868 folgen die Epochen den Regierungsnamen der Kaiser: Meiji bedeutet „erleuchtete Regierung“, Taishō „große Rechtschaffenheit“, und der Name Heisei sollte ausdrücklich für eine Zeit des Friedens stehen. Eine Epoche endet mit einem Umbruch an der Spitze des Staates – 1868 mit der Meiji-Restauration, 1912 mit dem Tod des Meiji-Kaisers, 2019 mit der Abdankung Kaiser Akihitos, auf die die Reiwa-Zeit folgte. Wer japanische Kunst sammelt, begegnet diesen Namen überall: in Beschreibungen, auf Holzboxen und in Datierungen.
Edo-Zeit (1603–1868): die Formung der Traditionen
Rund 250 Jahre Frieden unter den Tokugawa und die weitgehende Abschottung des Landes ab 1624 ließen eine sehr eigenständige Kultur entstehen. Die Kanō-Schule bestimmte die offizielle Malerei, daneben entfalteten sich die dekorative Rinpa-Malerei auf Goldgrund, die an chinesischen Gelehrtenidealen orientierte Nanga-Malerei und der Farbholzschnitt Ukiyo-e. Keramiktraditionen wie Hagi, Kutani und das Porzellan aus Arita erhielten in dieser Zeit ihre entscheidende Form, und die Teezeremonie wurde vom Ritual der Herrschenden zur Praxis wohlhabender Bürger.
Meiji (1868–1912) und Taishō (1912–1926): Öffnung und Moderne
Mit der Meiji-Restauration öffnete sich Japan in atemberaubendem Tempo dem Westen. In der Malerei grenzte sich die Nihonga, das „japanische Bild“, bewusst von der westlichen Ölmalerei (Yōga) ab, und viele Maler arbeiteten weiter in der Formensprache der Kanō-Schule, in der sie ausgebildet waren. Japanisches Kunsthandwerk löste auf den Weltausstellungen in Wien und Paris den Japonismus aus, Kutani- und Arita-Porzellan erlebten eine zweite Exportblüte. Die kurze Taishō-Zeit brachte mit der Taishō-Romantik eine Verbindung japanischer Bildsprache mit Jugendstil und Art déco hervor; das Große Kantō-Erdbeben von 1923 vernichtete zugleich zahlreiche Sammlungen und Werkstätten.
Shōwa (1926–1989): Krise und Wiederbelebung
Die längste Epoche der modernen japanischen Geschichte wird in eine frühe Shōwa-Zeit bis 1945 und eine spätere Shōwa-Zeit danach unterteilt. In den Kriegsjahren mussten viele Keramikwerkstätten ihre Arbeit einschränken oder einstellen. Nach 1945 erlebte das traditionelle Handwerk eine Renaissance: Die Mingei-Bewegung um Yanagi Sōetsu und Hamada Shōji rückte die Schönheit funktionaler Alltagsgegenstände in den Blick, der Staat zeichnete herausragende Meister als „Lebende Nationalschätze“ (Ningen Kokuhō) aus, und Arakawa Toyōzō rekonstruierte die Shino-Glasur.
Heisei (1989–2019) und Reiwa (seit 2019): Tradition in der Gegenwart
Nach dem Platzen der Wirtschaftsblase gewann handgefertigtes Kunsthandwerk in Japan neue Bedeutung, als Gegenpol zu kurzlebiger Massenware. Keramikzentren wie Bizen, Hagi oder Shigaraki fanden im In- und Ausland wachsende Wertschätzung, und Begriffe wie Wabi-Sabi oder Kintsugi wurden weltweit bekannt. Stücke aus der Heisei- und der Reiwa-Zeit stammen häufig von Künstlerinnen und Künstlern, die noch heute arbeiten – oft in Werkstätten, deren Namen über Generationen weitergegeben werden.
Was die Entstehungszeit beim Kauf aussagt
Die Epochenangabe beschreibt das Objekt: das Papier oder die Seide, die verwendeten Farben, den Zustand des Bildträgers, bei Keramik Ton, Glasur und Gebrauchsspuren. Sie ist eine Einschätzung des Dings, das vor Ihnen liegt. Der Künstlername gibt dagegen wieder, was auf dem Stück steht. Beide Angaben sind voneinander unabhängig und können auseinanderfallen – etwa wenn ein Rollbild der Shōwa-Zeit das Siegel eines Meisters trägt, der lange vorher gestorben ist. Ältere Stücke tragen ihr Alter zudem sichtbar: Ein Rollbild der Edo- oder Meiji-Zeit zeigt fast immer Spuren, die zu seiner Geschichte gehören.
Wie eine Datierung belegt wird
Aussagekräftig ist zuerst der Bildträger: Papier und Seide werden mit den Jahrzehnten wärmer im Ton, Stockflecken treten auf, die Tusche zieht in die Fasern. Auch Farben datieren mit – Berliner Blau wurde in Japan ab den 1830er Jahren breit verwendet, synthetische Anilinfarben sind dort nicht vor den 1860er Jahren nachweisbar. Die Montierung eines Kakemono sagt dagegen wenig, denn sie wird traditionell im Abstand von etwa hundert bis zweihundert Jahren erneuert. Bei Keramik ergänzen Signatur, Stempel und der Tomobako, die vom Künstler beschriftete Holzbox, das Bild. Ihre Beschriftung nennt meist Objekt, Ofen, Künstlernamen und Siegel, bei Töpferdynastien auch die Generation – oft der eigentliche Schlüssel zur zeitlichen Einordnung. Ein Altersbeweis sind Signatur und Box allein nicht; zusammen mit dem Stil ergeben sie eine begründete Einschätzung.
Worauf Sammler achten
Lesen Sie Entstehungszeit und Künstlernamen getrennt: Die eine Zeile sagt, wie alt ein Stück vermutlich ist, die andere, wessen Name darauf erscheint. Bei Rollbildern zählt vor allem, ob von Hand gemalt wurde – ein handgemaltes Kakemono ist ein Einzelstück, gleich aus welcher Epoche. Holzbox, Stoffbeutel und beiliegende Zettel bleiben beim Objekt, denn sie bilden zusammen die Überlieferungskette. Und ein Kakemono hängt nicht dauerhaft: Es wird einige Wochen gezeigt, bei indirektem Licht und gleichmäßiger Luftfeuchte, und ruht dann aufgerollt in seiner Box.




































