Künstler

Kōchi Hidetoshi

Oribe-glasierter Sake-Becher (Guinomi) von Kōchi Hidetoshi mit charakteristischer grün-weißer Glasur, Detailansicht.
Oribe-Guinomi von Kōchi Hidetoshi (Detail)

Kōchi Hidetoshi (河内英利): Oribe-Keramik aus Seto

Kōchi Hidetoshi (河内英利) ist ein japanischer Keramiker aus Seto in der Präfektur Aichi, geboren 1960. Seine Werkstatt trägt den Namen Suiei-gama (翠英窯). Sein Werk steht in der Tradition der Oribe-Keramik, die er auf eine sehr eigene Weise auslegt: mit kräftigen Formen, rauen Oberflächen und Glasuren, die in Grün, Weiß und Rosa ineinanderlaufen. Er selbst schreibt seinen Namen Kouchi Hidetoshi, so steht es in seiner Biografie und bei der Galerie von Robert Yellin in Kyōto; die Schriftzeichen seines Familiennamens werden mitunter auch Kawachi gelesen.

Ausbildung in Seto

Seto zählt zu den Rokkoyō, den sechs alten Brennöfen Japans, und ist bis heute ein Zentrum der glasierten Keramik. Kōchi begann seine Ausbildung dort 1977 an einer gewerblichen Fachschule und ging im selben Jahr bei Katō Shuntei in die Lehre. 1981 folgte die Keramikfachschule in Seto, 1985 der Abschluss an der Kunsthochschule Ōsaka, 1987 eine zweite Lehrzeit bei Shimada Kōichi. Seit 1991 arbeitet er selbständig mit eigenem Ofen. Seine Arbeiten waren unter anderem in den Galerien der Kaufhäuser Matsuzakaya, Takashimaya und Mitsukoshi zu sehen.

Oribe mit Bewegung

Oribe-Keramik entstand um 1600 in den Öfen von Mino und ist nach dem Teemeister Furuta Oribe benannt; ihr Kennzeichen ist die kupfergrüne Glasur. Nach dem Bericht des Galeristen Robert Yellin setzte sich Kōchi bewusst von dem ruhigen Oribe seines Lehrers und seiner Generation ab und suchte ein Oribe mit Bewegung. Dafür gießt er über die grüne Glasur eine an Shino erinnernde Feldspatglasur. Wo beide aufeinandertreffen, entstehen weiße und rosafarbene Verläufe neben dem Grün – ein Effekt, der zunächst aus einem Versehen hervorging und zu seinem Erkennungszeichen wurde. Die schroffen Texturen erzeugt er, indem er ein flaches Holzstück über den noch ungebrannten Ton zieht. Gebrannt wird im Gasofen.

Yunomi und Guinomi von Kōchi Hidetoshi

Bei Densho finden sich von Kōchi Hidetoshi Teebecher und Sakebecher, Yunomi und Guinomi, sämtlich im Oribe-Stil. Kein Stück gleicht dem anderen: Der Verlauf der Glasuren, das Relief und die oft kantige, handgeformte Wandung fallen bei jedem Becher anders aus. Wer auswählt, achtet am besten auf das Verhältnis von Grün zu den hellen Partien und darauf, wie der Becher in der Hand liegt. Die meisten Stücke werden in einer signierten Holzbox geliefert.

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