Heisei-Zeit

Japanische Kunst der Heisei-Zeit

Grün ablaufende Oribe-Glasur aus Seto, kraftvolle Zen-Kalligrafie, der Fuji im Nebel auf Seide: Die Heisei-Zeit fand in unsicheren Jahren zurück zum beständigen Handwerk – Einzelstücke direkt aus Japan.

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Kurz gesagt

Die Heisei-Zeit (平成, 1989–2019) ist die Regierungszeit Kaiser Akihitos; ihr Name lässt sich sinngemäß mit „Frieden überall“ übersetzen. Sie begann auf dem Höhepunkt der Spekulationsblase, führte in die „verlorenen Jahrzehnte“ wirtschaftlicher Stagnation und war von schweren Erdbeben gezeichnet. Gerade in dieser unsicheren Zeit gewann traditionelles Kunsthandwerk als Gegenpol zur kurzlebigen Massenware neue Wertschätzung, in Japan wie international. Bei Densho finden Sie Teekeramik, Sake-Gefäße, Porzellan und Kakemono aus der Heisei-Zeit als Einzelstücke direkt aus Japan.

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Eine Epoche mit dem Frieden im Namen

Die Heisei-Zeit begann 1989 mit dem Tod Kaiser Hirohitos und der Thronbesteigung seines Sohnes Akihito. Der Regierungsname Heisei bedeutet sinngemäß „Frieden überall“ oder „Errungenschaft des Friedens“ und sollte sich bewusst von den kriegerischen Erfahrungen der frühen Shōwa-Zeit absetzen. Tatsächlich blieb Japan während der gesamten Epoche von direkter militärischer Konfliktbeteiligung verschont. Sie endete 2019 mit der Abdankung Akihitos – ein historisch außergewöhnlicher Schritt, da japanische Kaiser traditionell bis zu ihrem Tod im Amt bleiben. Seither läuft die Reiwa-Zeit.

Vom Höhenflug zur Stagnation

Die ersten Jahre fielen mit dem Höhepunkt der „Bubble Economy“ zusammen, einer Spekulationsblase an Immobilien- und Aktienmärkten, die Anfang der 1990er-Jahre platzte. Es folgten Jahrzehnte schwachen Wachstums und deflationärer Tendenzen, in Japan schlicht „die verlorenen Jahrzehnte“ genannt. Zugleich veränderten Mobiltelefon und Internet das Alltagsleben grundlegend – eine Gleichzeitigkeit von technischem Fortschritt und wirtschaftlicher Unsicherheit, in der die Sehnsucht nach Beständigkeit wuchs.

Katastrophen und der Blick auf die Vergänglichkeit

Das Große Hanshin-Erdbeben von Kōbe 1995 und 2011 das Tōhoku-Erdbeben mit dem Tsunami, der die Nuklearkatastrophe von Fukushima auslöste, griffen tief in das kollektive Bewusstsein ein. Sie lösten eine breite Reflexion über Vergänglichkeit, Verletzlichkeit und Wiederaufbau aus – Themen, die der Wabi-Sabi-Ästhetik nahestehen, die Vergänglichkeit als Teil der Schönheit begreift.

Handwerk als Gegenpol

In unsicheren Zeiten gewann traditionelles Kunsthandwerk für viele Japaner, gerade auch jüngere, neue Bedeutung: als Ausdruck von Beständigkeit und Verlässlichkeit, als Gegenpol zu kurzlebiger Massenware. Keramikzentren wie Bizen, Hagi oder Shigaraki profitierten von wachsender Wertschätzung, Mingei-Bewegung und „Lebende Nationalschätze“ fanden neue Aufmerksamkeit. International trugen Wabi-Sabi, Kintsugi und Ikebana zu einem neuen Interesse an japanischer Ästhetik bei, und digitale Vernetzung öffnete Sammlern außerhalb Japans den direkten Zugang.

Keramik und Porzellan dieser Zeit

Den Schwerpunkt bildet zeitgenössische Keramik von Töpfern, deren Werke auf alte Ofentraditionen zurückgreifen. Dazu gehören Teebecher (Yunomi) und Sakeschalen (Guinomi) in Oribe aus Seto mit grün ablaufender Glasur, Chawan in Shino mit feinem weißem Rautenmuster oder in Raku mit leuchtend oranger Glasur, Sakeschalen aus Seto sowie Porzellan: Kutani-Teeschalen mit reliefartigem Blütendekor, ein Kutani-Sake-Set mit Pfingstrosen und ein handbemaltes Imari-Teeservice. Oribe selbst, im frühen 17. Jahrhundert in Mino entstanden, wurde erst im 20. Jahrhundert wiederbelebt.

Rollbilder: Zen-Kalligrafie, Landschaft, Pilgerweg

Unter den Kakemono finden sich Zen-Kalligrafien eines Abtes aus dem Daitoku-ji in Kyōto, eine äußerst reduzierte Darstellung des Fuji im Nebel auf Seide und ein Rollbild mit einer Kannon im Zentrum, umgeben von den Stempeln aller 33 Tempel des Saigoku-Pilgerwegs. Daneben gibt es dekorative Landschaften als Siebdruck sowie Drucke nach Tuschemalereien, die Miyamoto Musashi zugeschrieben werden. Ob von Hand gemalt oder gedruckt, steht bei jedem Rollbild ausdrücklich dabei.

Junge Stücke, klare Herkunft

Bei Werken aus den letzten Jahrzehnten lassen sich Künstler, Werkstatt und Herkunft meist gut belegen. Die Tomobako, eine Holzbox aus Paulownia-Holz, trägt in der Regel die Bezeichnung des Werks sowie Signatur und Siegel des Künstlers; sie bezeugt Herkunft und Echtheit und sollte immer beim Stück bleiben. Auch hier gilt: Die Epochenangabe beschreibt das Objekt, Signatur und Siegel das, was darauf steht.

Im Gebrauch und im Raum

Yunomi, Chawan und Guinomi sind zum Benutzen gemacht – für Tee im Alltag, die Teezeremonie oder Sake. Gereinigt wird nur mit heißem Wasser und einem weichen Schwamm, ohne Spülmittel und nie in der Spülmaschine; danach vollständig an der Luft trocknen lassen. Ein Kakemono wird einige Wochen an einer ruhigen Wand mit indirektem Licht gezeigt, nur trocken mit einem weichen Pinsel abgestaubt und dann aufgerollt in seiner Holzbox verwahrt.

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