Shōwa-Zeit

Japanische Kunst der Shōwa-Zeit

Ein Chawan aus schwarzem Raku, eine Dame im Kimono auf Seide, eine Kannon aus unglasiertem Bizen-Ton: Die Shōwa-Zeit erneuerte Japans alte Handwerkstraditionen – Einzelstücke direkt aus Japan.

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Kurz gesagt

Die Shōwa-Zeit (昭和, 1926–1989) ist die Regierungszeit Kaiser Hirohitos und mit über sechzig Jahren die längste Epoche des modernen Japan. Ihr Name bedeutet „erleuchteter Frieden“; sie umfasst Militarismus und Krieg ebenso wie Wiederaufbau und Wirtschaftswunder. Für das Kunsthandwerk brachte vor allem die Nachkriegszeit eine Wiederbelebung: Die Mingei-Bewegung und die Ehrung „Lebender Nationalschätze“ bewahrten alte Techniken. Bei Densho finden Sie Kakemono, Teekeramik, Sake-Gefäße und Figuren aus der Shōwa-Zeit als Einzelstücke direkt aus Japan.

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Die längste Epoche des modernen Japan

Die Shōwa-Zeit begann 1926 mit der Thronbesteigung Hirohitos, dessen Regierungsname „erleuchteter Frieden“ bedeutet, und endete mit seinem Tod 1989. Gemessen an der Regierungszeit eines einzelnen Kaisers ist sie die längste Epoche der modernen japanischen Geschichte. Üblicherweise unterscheidet man eine frühe Shōwa-Zeit bis 1945 und eine spätere Shōwa-Zeit danach – getrennt durch die tiefe Zäsur des Zweiten Weltkriegs.

Frühe Shōwa-Zeit: Jahre der Einschränkung

Die ersten beiden Jahrzehnte waren von einer zunehmend nationalistischen und militaristischen Entwicklung geprägt, die in Japans Beteiligung am Zweiten Weltkrieg mündete. Für Kunst und Kunsthandwerk war es eine Zeit erheblicher Einschränkungen: Ressourcen flossen in die Kriegswirtschaft, und viele Handwerksbetriebe, darunter zahlreiche Keramikwerkstätten, mussten ihre Produktion drastisch verringern oder ganz einstellen.

Wiederaufbau, Wirtschaftswunder und neue Sammler

Nach 1945 wurde Japan unter einer neuen Verfassung zu einer konstitutionellen Monarchie mit demokratischer Grundordnung. Es folgte das Wirtschaftswunder, sichtbar etwa an den Olympischen Spielen 1964 in Tokio und dem Shinkansen. Ausstellungen japanischer Keramik und Malerei fanden in Europa und den USA ein begeistertes Publikum. Wachsender Wohlstand öffnete einer breiten Bevölkerung den Zugang zu Keramik, Malerei und Kalligrafie, während die aufkommende Massenproduktion die Unterscheidung zwischen Industrieware und echtem Handwerk schärfte.

Mingei und „Lebende Nationalschätze“

Der Kunstphilosoph Yanagi Sōetsu begründete gemeinsam mit Töpfern wie Hamada Shōji die Mingei-Bewegung, die Schönheit im schlichten, gebrauchten Alltagsgegenstand sah; über Bernard Leach wirkte sie bis in die westliche Studiokeramik. Der Staat schuf mit dem Ningen-Kokuhō-System eine Auszeichnung für Träger bedeutender Handwerkstechniken, die zahlreiche Keramikmeister etwa aus Bizen, Shino oder Hagi erhielten. Arakawa Toyozō rekonstruierte die Shino-Glasur, Kaneshige Tōyō entwickelte die Hidasuki-Brennkunst in Bizen weiter.

Malerei, Keramik und Figuren dieser Zeit

Unter den Rollbildern finden sich Blumen-und-Vogel-Bilder, Landschaften mit Wasserfällen, Bijinga – Bilder schöner Frauen im Kimono –, Daruma-Bildnisse und Zen-Kalligrafie aus Tempeln wie dem Myōshin-ji, dazu ungerahmte Makuri und Shikishi. Die Keramik reicht von Chawan in Raku, Ōhi, Shino, Hagi oder Kyōto-Stil über Sake-Flaschen (Tokkuri) und Sakeschalen (Guinomi) aus Bizen, Karatsu, Seto oder Tanba bis zu Vasen und Kutani-Porzellan. Hinzu kommen Teedosen (Natsume) mit Makie-Lack und Figuren, etwa eine Kannon aus Bizen-Keramik oder eine Buddhafigur aus Eisen.

Datierung innerhalb einer langen Epoche

Über sechzig Jahre umfassen sehr unterschiedliche Stücke. Die Epochenangabe beschreibt das Objekt – Material, Zustand, Alterungsspuren – und steht unabhängig von Signatur oder Siegel. So kann ein Rollbild, dessen Erhaltungszustand auf die spätere Shōwa-Zeit weist, die Siegel älterer Kanō-Meister tragen: Der Maler zollte ihnen damit Respekt. Bei Keramik hilft die Holzbox mit Signatur, Siegel und mitunter der Generationenziffer einer Töpferfamilie, ein Stück einzuordnen.

Verwendung: Teeraum, Tokonoma, Wohnraum

Ein Chawan und ein Natsume gehören in die Teezeremonie, lassen sich aber ebenso im Alltag nutzen und zeigen; Tokkuri und Guinomi sind für Sake gedacht. Ein Kakemono wird einige Wochen im Tokonoma oder an einer ruhigen Wand gezeigt und dann in seiner Holzbox verwahrt. Buddhistische Figuren wurden traditionell als Andachtsobjekte aufgestellt und finden heute ebenso als Skulptur mit spiritueller Ausstrahlung ihren Platz.

Pflege von Keramik und Rollbild

Teekeramik wird nur mit heißem Wasser und einem weichen Schwamm gereinigt, ohne Spülmittel, nie in Spülmaschine oder Mikrowelle; danach vollständig an der Luft trocknen lassen. Poröse Scherben wie Hagi saugen sonst Seife und Duftstoffe auf. Die bräunliche Färbung im Craquelé ist gewollte Alterung. Rollbilder brauchen indirektes Licht, etwa 50 bis 60 Prozent Luftfeuchte und werden nur trocken mit einem weichen Pinsel abgestaubt.

Worauf Sammler achten

Die Tomobako, die Holzbox aus Paulownia-Holz mit Signatur und Siegel des Künstlers, bezeugt Herkunft und Echtheit; eine vom Stück getrennte Box mindert unter Sammlern den Wert. Bei Rollbildern zählt vor allem, ob von Hand gemalt wurde – unter den Kakemono dieser Zeit gibt es auch Drucke und Siebdrucke, die wir als solche kennzeichnen. Lesen Sie außerdem die Zustandsangaben aufmerksam.

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